miércoles, 31 de agosto de 2011
Havannas beste Casa Particular
Reservierungen über radioescucha@gmx.net
Adresse des Hauses: Neptuno No.402 entre San Nicolás y Manrique, Centro Habana
Preis Doppelzimmer/Nacht: 25 CUC (derzeit 22 Euro)
viernes, 11 de marzo de 2011
Der Krieg in Libyen ist kein Bürgerkrieg sondern der Versuch einer Befreiung
In einem Bürgerkrieg hingegen treten feindselige inländische Gruppen (Bürger) gegeneinander an, wie sich mit unzähligen historischen und aktuellen Beispielen belegen lässt (Jugoslawienkrieg, spanischer Bürgerkrieg). Doch was folgt aus dieser Fehlinterpretation der libyschen Revolte als eines Bürgerkriegs? Man setzt stillschweigend voraus, dass das Volk grundsätzlich in beide Richtungen zu mobilisieren ist und damit ebenso gut für den Erhalt der Macht des Gaddafi-Regimes eintreten, wie den Befreiungskampf fortsetzen könnte. Der Begriff Bürgerkrieg legt sogar nahe, dass die Lager bereits auf diese Weise gespalten sind. Der Erfolg der Bewegungen in den arabischen Ländern rührt jedoch daher, dass die Gründe der Rebellion von vielen Menschen verstanden und als richtig erkannt werden.
(Erschienen in der Süddeutschen Zeitung)
jueves, 11 de noviembre de 2010
Skriptauszug: "Lebendige Gärten"
- Erfahrungswissen erhebt nicht den Anspruch, universell gültig zu sein, sondern ist offen für veränderte Bedingungen.
- Es unterscheidet sich vom statischen Begriff der „Tradition“ oder der „Bodenständigkeit“. Der Begriff „traditionell“ ist nach Heistinger ungenau, da er weder einen räumlichen, noch einen zeitlichen sozialhistorischen Kontext bezeichnet (Vgl. Heistinger 2001: 77). Er wird einerseits zur Beschreibung von Pflanzenzucht bei Indigenas verwendet, um das Gegenteil zu einer professionellen Pflanzenzucht zu beschreiben. Andererseits verweist der Begriff in der naturwissenschaftlichen Disziplin auf Methoden, die dort seit ungefähr einem Jahrhundert entwickelt wurden. Dieser Logik folgend, resümiert Andrea Heistinger, dass es in diesem Begriffsschema davor keine Pflanzenzüchtung gegeben haben müsste (vgl. ebd.). Der Begriff der traditionellen Pflanzenzüchtung erwecke den Anschein, als hätte es Pflanzenzüchtung nur im letzten Jahrhundert gegeben, da er heute dem Begriff der modernen Züchtung gegenübergestellt wird.
- Im Gegensatz zum instrumentalisierten Traditionsbegriff, mit dem Ansprüche an Besitz, auf Land, Macht und Ressourcen legitimiert werden und dem das „Flair des Guten“ anhaftet, unterschied Andrea Heistinger, Hobsbawm folgend, zwischen tradition und custom (Hobsbawm 1993: 2 in Heistinger ebd.). Im Brauch wird Vertrautes in Stil und Sinn weitergetragen: „Dies lässt die Verwandlung der Dinge unter meinem Blick, in meinen Händen, zu. Der Faden der Handlung und der Handelnden wird dabei nicht endlos durch die Gegenwart in die Zukunft gespannt, sondern gerade immer dorthin gespannt, verwoben, vernetzt, eingefärbt, verstärkt, abgeschnitten und wieder zusammengeknüpft, wo er gerade gebraucht wird – sein Gebrauch sinnstiftend ist“ (ebd. 78).
domingo, 31 de octubre de 2010
Conucos und Hausgärten. Ein Beitrag zur Geschichte der urbanen Landwirtschaft in Kuba.
domingo, 27 de septiembre de 2009
Dokumentarfilm "Lebendige Gärten" - urbane Landwirtschaft in Kuba
sábado, 26 de septiembre de 2009
Guerilla Gardening in Hannover


Der Küchengarten in Hannover Linden diente im 16. Jahrundert der Versorgung des herzoglichen Haushalts. Im Zuge der Industrialisierung wurden die Gartenanlagen verlegt und die ehemaligen Weiden und Obstplantagen zwischenzeitlich als Schweinestall und Lager für Eisenbahner genutzt. (http://www.linden-entdecken.de/impressionen/kuechengarten.htm)
Auch diese Zeiten sind lange vorbei. Wenn wir heute an der Haltestelle Küchengarten aussteigen, blicken wir in eine vollurbanisierte Landschaft, die wir durch die Vielfalt an Konsummöglichkeiten als "lebendig" empfinden.
Doch inmitten dieser städtischen Landschaft wurde ein Projekt ins Leben gerufen. An einem Wochenende im September traf sich eine kleine Gruppe an engagierten Personen und errichtete auf dem letzten verbliebenen Hügel einen Nutz- und Kulturpflanzengarten.
Von der Haltestelle aus sind die Stiefmütterchen sichtbar, doch erst, wenn man den schneckenförmig angelegten Weg auf den Berg passiert, wird das ganze Ausmaß des Gartens erkennbar. Himbeer- und Johannisbeer, Estragon und Salbei und eine ganze Reihe an winterfesten Farnen und Büschen wurde dort in Eigenmacht gepflanzt.
Fast alle Pflanzen stammen von lokalen Samstagsmärkten und wurden den Gärtnern geschenkt. Auch die "Kartoffelerde" hat eine kleine Geschichte, in der sich industrielle Produktion und grüner Lebensstil verbinden: Sie stammt aus einem Kartoffelweiterverarbeitungsbetrieb aus der peripheren Gegend im Süden Hannovers und dient als Dünger, der gleichzeitig schon Saatgut für die Kartoffelernte enthält.
Doch nicht nur individuelle Kreativität leben die Gärtner aus, wenn sie ihren Stadtteil verschönern wollen. Gleichzeitig möchten sie die Bewohner ihres Viertels zum Mitmachen anstiften. Denn die durch oft unbeweglich vor dem Schreibtisch verharrenden Körper werden durch Tätigkeiten im Garten wieder locker. Und mit dem Pflanzen wächst auch das gesellschaftliche Miteinander.
martes, 23 de junio de 2009
lunes, 22 de junio de 2009
Nachhaltiger Ferntourismus? Tipps zum gesunden Reisen
Wie kann Ferntourismus, u.a. geprägt durch lange Flugreisen für relativ kurze Aufenthaltsdauer und Hotelaufenthalte diese Anforderungen überhaupt erfüllen?
Heute noch werden Kooperationen oder Partnerschaften im touristischen Bereich vorwiegend von europäischer Seite aus angestrebt. Die Zielländer stellen normalerweise billige Arbeitskräfte und erhalten im Gegenzug touristische Infrastruktur. Meist werden beim herkömmlichen Ferntourismus lokale Märkte weder gestärkt noch gesichert, da die meisten Produkte für den touristischen Gebrauch nicht den lokalen Standards entsprechen und importiert werden. So bilden sich neue Klassenstrukturen heraus, die sich durch den Zugang zu Devisen und nicht etwa dem Bildungsniveau konstituieren. Selbst wenn Hotels auf die korrekte Entsorgung von Müll achten und Wasserverbrauch vermindern, um zwei Beispiele für ökologische Nachhaltigkeit zu nennen, scheint doch die Forderung nach sozialer Nachhaltigkeit durch Ferntourismus in noch weitere Ferne zu rücken.
Doch es gibt Hoffnung. In den letzten Jahren wurde die Forderung laut, die UN- Milleniumsziele auch im Ferntourismus zu beachten. Seither sollen sich Reiseveranstalter und touristische Unternehmen dafür einsetzen, Umwelt- und Sozialstandards einzuführen bzw. zu verbessern.
Neben der Ökobilanzrechnung (z. B. der "ökologische Fussabdruck") sollen die lokalen Märkte in den Zielländern gestärkt, Naturschutzgebiete von großen Touristengruppen gemieden bzw. durch Spenden gefördert und (indigene) Gesellschaften von den Konsequenzen des Tourismus verschont werden.
Eine nachhaltige Reiseplanung erfordert also die Sensibilisierung der Touristen.
Wenn Sie sich für eine Reise auf einen anderen Kontinent entscheiden, halten Sie deshalb bitte folgende Grundsätze ein:
- Reisedauer (mind. 14 Tage)
- Nutzung lokaler Dienstleistungen und touristischer Angebote
- Konsum lokaler, nicht importierter Produkte
- kulturelle und sprachliche Vorbereitung; Information über Tabus und Bräuche der Zielgesellschaft
(1) Vgl. http://www.diw.de/documents/publikationen/73/42749/v_04_1_2.pdf
lunes, 18 de mayo de 2009
Die Rückkehr der Feinfühligen
Was tun wir wenn wir Reisen? Was geschieht mit uns, wenn wir die Verhaltens- und Empfindungsmuster unserer Heimatkultur über Bord werfen, um uns für einen Augenblick in eine andere Welt zu begeben? Wir lernen uns selbst kennen. Wir öffnen die Augen und genießen den Moment. Schießen Fotos, um uns auch später noch daran erinnern zu können. Dann kehren wir wieder zurück zu unseren Verpflichtungen, dem beruflichen oder privaten "Stress". Dieser Kreislauf prägt das Alltagsleben vieler Menschen in den Industrienationen zu Beginn des dritten Jahrtausends.
sábado, 18 de abril de 2009
viernes, 17 de abril de 2009
Kuba – weit mehr als Traumstrände, Salsa, Rum und Zigarren. Jenseits der Klischees eine tropische Insel, die es zu bereisen lohnt. Auf eigene Faust erkundet offenbart die Insel ihren ganz eigenen Charakter. Da Kuba seit der sozialen und ökonomischen Krise in den 90er Jahren über zwei Währungen verfügt, ist eine solche Reise garantiert ein abwechslungsreiches Unterfangen.
Reisevorbereitungen
Das lokale Währungssystem hat seine Tücken. Zunächst einmal sei angemerkt, dass die englischsprechenden Kubaner des Öfteren behaupten, die Touristen müssten allgemein in der konvertiblen Währung CUC bezahlen. Dies stimmt nicht ganz, jedoch gibt es mancherorts zwei Speisekarten oder Qualitätsunterschiede, je nachdem, in welcher Währung bezahlt wird. Dass die ökonomische Situation auf der Insel auch heute noch angespannt ist, sollte ein Reisender bei eventuellen Ärgernissen nicht aus den Augen verlieren. Nichtsdestotrotz verhilft eine sorgfältige Reisevorbereitung dazu, nicht oder kaum übers Ohr gehauen zu werden. Kuba zu bereisen ist eine Erfahrung, die bleibt. Wie weit der Tourist in die Feinheiten der Kultur eindringen will, kann er nach der Lektüre zweier Reisearten selbst entscheiden.
Route 1: Geeignet für gestresste, nach Entspannung suchende Individualtouristen (Voraussetzung: Spendierfreudigkeit)
Ankunft in Havanna
Am nach dem bekanntesten Nationalhelden benannten internationalen Flughafen José Martí stehen Taxen bereit, die Touristen für 25 CUC zu ihrer Unterkunft bringen.
Tag und Nacht in Havanna
Havanna ist historisch, mancher Einheimischer bezeichnet die Stadt als hysterisch. Wer die geschichtsträchtigen, ruhigen Orte vorzieht, ist im Hotel Habana Libre genau richtig. Auf den Gängen werden noch heute die Brandflecken der auf dem Teppich ausgedrückten Zigarren von Fidel und Ché bewundert. Über dem Pool, der von Besuchern des Hotels für 5 CUC genutzt werden kann, kann man auf dem Rücken schwimmend den kreisenden Adlern zusehen und die beste Luft der Stadt atmen. Im Erdgeschoss befinden sich Tourismusagenturen, die Rundreisen, Hotelreservierungen und Taxitransporte anbieten. Im letzten Stockwerk des Hotels bietet sich dem tanzfreudigen Publikum nachts ein grandioser Ausblick über die Dächer der Perle der Karibik (10 CUC).
Wer sich vor der schwülen Hitze nicht beirren lässt, sollte einen Spaziergang durchs Vedado, den zuletzt erbauten der kolonialen Viertel machen. Bis zu den Villen in Miramar ist es ein längerer Fußmarsch, doch Bauernmärkte, paladares (privat geführte Restaurants) und schattige Parks machen den Spaziergang zu einem runden Ausflug. In der anderen Richtung geht es den Malecon entlang zur Altstadt. Habana Vieja ist Weltkulturerbe der UNESCO. Um die Kolonialhäuser vor dem bereits weit vorangeschrittenen Verfall Einhalt zu bieten, wird internationale Hilfe gerne in Anspruch genommen. Habana Vieja ist Havannas touristische Zone Nummer eins, deshalb ist hier Vorsicht vor Schleppern geboten. Die sog. Jineteros zeigen zwar den Neuankömmlingen ihre historische Stadt doch die Ausgaben für ihr leibliches Wohl und die Taxifahrten, rechtfertigen kaum ihre Dienste.
In östlicher Richtung geht es zu den Traumstränden Playas del Este und nach Cojimar, wo einst Ernest Hemmingway residierte. Die Strände waren vor dem Triumph der Revolution Ausflugsorte für die US- amerikanischen Gäste, die das Land mit Kasinoturismus, Bodenspekulation und Prostitution im Griff hatten. Taxen ans Meer warten vor dem Capitolio, das Fremde manchmal an das gleichnamige Gebäude in Washington erinnert.
Das Busunternehmen Viazul bietet komfortable Reisebusse in alle Provinzhauptstädte für selbstorganisierte Fahrten. Da die Pläne im Internet nicht stimmen und in Havanna niemand das Telefon abhebt, sollte man auch dort in eine Tourismusagentur gehen und nach den Abfahrtszeiten fragen. Wen es nicht ins europäisierte Varadero mit den kilometerlangen weißen Stränden und All- Inclusive- Hotels zieht, der trifft auch in der Provinz Piñar del Rio und besonders im Tal Viñales auf englischsprachige Kubaner, die Pferde, Kutschen und Rinderfuhrwerke in Bewegung setzen, um den Touristen die zahlreichen Höhlen und Felsengänge im romantischen Tal zu zeigen.
Route 2: Geeignet für abendteuerlustige, bereits entspannte Reisende (Voraussetzung: gute Spanischkenntnisse, Gelassenheit)
Spanisch sprechende Reisende können die Taxifahrt vom Flughaften ins Zentrum bis auf 10 CUC herunterhandeln. Sie dürfen jedoch nichts sagen, wenn andere Mitreisende mehr zahlen müssen. Ein Low- Budged- Trip durch Kuba beginnt typischerweise an einer sog. Cadeca (Casa de Cambio – Wechselstube). Nachdem der Euro zunächst in CUC, den konvertiblen Peso getauscht wurde, wird ein Teilbetrag weiter in moneda nacional gewechselt. Der CUC entspricht etwa dem Wert des US- amerikanischen Dollars bzw. 25 Pesos in nationaler Währung. Für diesen Betrag bekommt man z. B. zwei Pizzen und fünf Erfrischungsgetränke, zweieinhalb Taxifahrten in einem Oldtimer durch Havanna, oder 25- 50 einfache Fahrten im Bus, dem sog. guagua.
Übernachtung
Legale Casas Particulares kosten in Havanna um die 20 Euro pro Nacht (Doppelzimmer mit Frühstück). Bei längeren Aufenaälten lassen die casa- Besitzer mit sich handeln. Vor illegal Vermietenden sei hier gewarnt, da keine Sicherheit für Gepäck übernommen wird und auch die Behörden nicht wissen können, wo die Touristen untergebracht sind.
Essen und Trinken
Für moneda nacional bekommt man in ganz Kuba Pizzen, Hamburger und pan con perro (Brot mit Hund). Ebenso aber gibt es eineRreihe an staatlichen Restaurants, wo man für ein Menü nicht mehr als 80 Peso bezahlen sollte. Auch Rum, regionales Bier und Limonade gibt es an fast jeder Ecke. Vorsicht ist bloß an den Straßenständen geboten, da das Wasser meist nicht abgekocht (hervido) wird. Das Café G, gelegen im Vedado zwischen Calle G und 23, verkauft bis abends koffeinhaltige Getränke sowie Bier, Limonade und einen leichten Mojito. Die beste Eiskrem bei Coppelia. Sonntags beträgt die Wartezeit auf den Einlass ins Café mind. 3 Stunden, wochentags bekommt man mit Glück bereits nach 30 Minuten einen riesigen Eisbecher für ein paar Pesos.
Transport
Havanna ist die einzige Stadt, wo man die Taxifahrer fragt, wohin sie fahren. Wenn sie in die gewünschte Richtung fahren, zahlt man für den Service nur 10 Peso bzw. 50 centavos (100 centavos = 1 CUC). Mit der sog. maquina, meist ein Oldtimer, kann man beispielsweise die Straße Neptuno von Habana Vieja über Habana Centro bis nach Vedado (Copelia oder Linea) entlang fahren und am gewünschten Ziel aussteigen.
Einen Bustransport direkt zum Strand gibt es nicht, doch der guagua Nr. 400 hält vor dem Bahnhof (Terminal de Ferrocarril). An dieser Stelle eine kurze Einführung ins Busfahren: Kubaner warten selten in einer Schlange. Der Brauch ist, laut nach dem letzten Wartenden zu rufen. Die Schlangen haben ihre Regeln. So hat man zu fragen: Entschuldigen sie bitte, wer ist der letzte in der Reihe für die Strecke des Bus Nr. 400 (Permiso, quíen es la última persona de la cola de la routa de la cuadrociento)? Genauso kann man aber auch sagen: Cuadrociento! Wenn der Bus angekommt, reiht man sich in die Schlange ein.
Habana pega (Havanna klebt)
Havanna kann man in drei Tagen überfliegen oder in drei Jahren kennenlernen. Viele Kubaner kennen selbst nicht das Innere ihrer Insel und freuen sich über Reiseeinladungen. Wen es aus Havanna heraus zieht, der sei gen Südosten geschickt, ins Innere (Interior) der Insel. Wiederum gibt es zwei Möglichkeiten zu reisen und zu rasten.
Von Havanna losreis(s)en: Per Anhalter fahren heißt in Cuba „cojer botella“ (in etwa: die Flasche nehmen). Aus Havanna heraus zu kommen ist allerdings nicht ganz einfach. Deshalb am Besten an der Omnibusstation des Busunternehmens „Astro“ (nahe Plaza de la Revolución) mit einem privaten Taxi fahren. Außerhalb der Provinz Ciudad de la Habana finden sich am Rande jeder Stadt sowie an den Provinzgrenzen dann Punkte, die „amarillos“ genannt werden. Der Name „die Gelben“ beruht auf der Farbe der Uniformierten, welche am Straßenrand staatliche Autos stoppen, um die Wartenden Fahrgäste für einen geringen Preis unterzubringen. Meist fährt man jedoch im camion, einem sehr vollen Lastwagen. Diese Fahrt ist zwar nichts für schwache Nerven oder Mägen, lustig kann es aber werden, wenn Rumflaschen herumgereicht werden, oder ein Fahrgast kurzerhand eines seiner Hühner an seinen Nachbarn verleiht.
Eine Traumroute nach Realistengeschmack:
1. Tag: La Habana Ziel: Cienfuegos Stadt (330km)
Cienfuegos war während der Kolonialzeit eine französische Siedlung. Der große Hafen hat bis heute eine ökonomische Bedeutung für den Export von Nickel, Industriegütern und Zitrusfrüchten. Die Stadt ist im nationalen Vergleich konkurrenzlos die sauberste, was den Stolz der Bewohner beschwört. In Cienfuegos gibt es einige der besten nationalen Zauberer, bei denen das Geld wieder in die Tasche des Besitzers wandert. Ansonsten sei vor den Schleppern gewarnt, die sich u. a. als Familienmitglieder von im Voraus reservierten casas ausgeben. Also besser zur vorgeblich bereits gebuchten casa particular aufbrechen und dabei unauffällig nach dem Zeichen suchen. Selbst gesuchte casas sind deshalb günstiger, weil die Provision für den Schlepper entfällt. Die Stadtneuigkeiten erfährt man am besten bei einem vom Vermieter servierten sehr süßen subventionierten Café.
Im Schlendergang lässt sich das im Schachbrettmuster gebaute Zentrum der Provinzhauptstadt in gut 15 Minuten durchqueren. An der Küstenpromenade warten Kutschen (coches), die für ein paar Peso bis zum Aussichtspunkt der stillen Bucht fahren, die den Blick auf die Festung Castillo de Jagua frei gibt. Hier gibt es günstige Fischrestaurants und nachts öffnen staatliche Tanzlokale. Für einen Ausflug zum Strand Punta Gorda lohnt es sich auf den guagua zu warten, der in der Nähe des Bahnhofs hält.
Von Cienfuegos nach Trinidad gelangt man über die malerische Küstenstraße. Die Fahrt zum 15 außerhalb von Cienfuegos gelegenen botanischen Garten zu unterbrechen, bietet einen anderen Blick auf den Reichtum der Insel. Hier wachsen ausschließlich endemische tropische Pflanzen, also Gewächse, die nur an diesem Ort vorkommen.
Trinidad bietet allen Anlass, einen Feiertag für die Musik einzulegen. Zahlreiche Son- und Salsa- Gruppen, Interpreten der Trova und Straßenmusiker, die dem Buena Vista Social Club Konkurrenz machen würden, spielen von früh bis spät in die Nacht.
Wer es bis Trinidad auf eigene Faust geschafft hat, wird auch den Oriente meistern. Wer bereits zu viel Zeit in den Städten verbracht hat, der kann auf dem Rückweg nach Havanna einen Zwischenstopp in der Studentenstadt Santa Clara einlegen. Mitten in der Provinz Villa Clara gelegen wird hier Ché Guevaras Beitrag zum Triumph der Revolution gehuldigt. In ganz Kuba schwören die Kinder bei ihrem wöchentlichen Appell, sein zu wollen, wie er, doch in Santa Clara hat Ché (so genannt wegen seines argentinischen Akzents) fast den Heiligenstatus. Nicht selten hängt sein Porträt Kopf an Kopf mit den Orishas, den afrokaribischen Heiligenfiguren in den Privathäusern. Der Ausflug zum Plaza de la Revolución ist eine Wanderung durch die meist schwüle Stadt, doch das Ziel lohnt sich. In einem Museum wird deutlich, dass Ché Guevara selbst seinem Anspruch sehr nahe kam, den er an den Neuen Menschen stellte. Ché arbeitete freiwillig, war erfolgreicher Sportler trotz seines Asthmaleidens und opferte sein Leben dem Wohl der kubanischen Nation.
Zurück in Havanna muss die Reiseerfahrung unbedingt noch mit den Einheimischen gefeiert werden. Zum Ausgehen (mit Tanzkenntnissen) bieten sich an:
Casa de la música
Der staatliche Tanzschuppen im Villenviertel Miramar ist besonders empfehlenswert. Die Einheimischen warten mit für kubanische Verhältnisse unüblicher Pünktlichkeit bereits um 17 Uhr vor den Türen.
1830
Ein besonderer Tipp für den Sonntag Abend in Havanna. Wer gerne unter freiem Himmel feiert, ist im 1830 richtig, einem Tanzclub, der weniger durch sein Ambiente als mehr durch die berühmte improvisierte Rueda de Casino bezaubert. Die Rueda ist eine Tanzformation in Kreisform. Ein Tänzer mit kräftiger Stimme sagt die Figuren an, die „ahora“ (jetzt) getanzt werden. Nicht alle Figuren sind so einsichtig wie „el tren“ (der Zug), bei dem die Tanzenden als Parade vorwärts und rückwärts laufen und hüpfen. Spätestens bei der Figur „confusión“ wird der Uhrzeigersinn gebrochen und wer zu viel Ron Collin getrunken hat, verliert dabei unter Umständen seine Partnerin. Die Bands im 1830 bringen selbst sitzende Zuschauer ins Schwitzen.
Hotel Florida
Wesentlich gediegener präsentieren sich die Räumlichkeiten des kolonialen Hotels Florida am westlichen Ende der Einkaufsstraße Calle Obispo (Habana Vieja). Täglich öffnet das Hotel um ca. 22 Uhr den Tanzsaal. Wenn auch die Band seit 3 Jahren keine Änderungen an ihrem Programm vornimmt, so lassen sich die Stammgäste keinesfalls etwas wie Langeweile anmerken. (Eintritt 5 CUC incl. 2 Cocktails)
Rückkehr zum Flughafen
Der letzte Becher Coppelia- Eiskrem entschädigt für den frühen, tränenreichen Abschied aus Havanna und das Warten auf den Bus zum Flughafen. Als inzwischen erfahrener und sehr gelassener Kubareisender sitzt man mit zwei fremden Kindern auf dem Schoß und der Tasche einer dicken Kubanerin im hinteren Teil des Busses und wundert sich, bereits nach 45 Minuten an der Kreuzung zum Flughafen anzukommen. Dort muss dann nur noch ein Fahrrad oder Pferdewagen angehalten werden und der Fahrer davon überzeugt, dass man nicht das Land für immer verlassen will, sondern nur für einen Urlaub in die Heimat aufbricht, um von dort mehr Toilettenartikel, Sportschuhe und USB- Sticks mitzubringen.
Die Autorin Daniela Kälber arbeitet als freie (Video-) Journalistin und Soziologin dies und jenseits des Atlantiks und freut sich über Anfragen zu Kubareisen, Salsa und kulturellem Austausch.
martes, 14 de abril de 2009

Bachata Reggae- ton Bacha- ton Cuba- ton
Bachata, ein langsamer Bolero, stammt eigentlich aus Kuba, wurde jedoch in der dominikanischen Republik bekannt. Der besonders unter Verliebten populäre Musikstil im 4/4tel Takt sticht in der kubanischen Klangwelt durch unharmonische Gitarrenbegleitung hervor. Einmal aber an die Rhythmen und Gesänge, die aus den Wohnungen erschallen gewöhnt, entpuppen sie sich als variantenreiche Mischung. Stilelemente der Musikgeschmäcker vergangener Generationen vermischen sich mit neuen Klängen.
Heute ist Reggaeton die lauteste Stimme auf der Straße. Der hämmernde Gleichklang elektronischer Bassinstrumente wurde eigentlich in den sozial benachteiligten Vierten Puerto Ricos erfunden. Nun tönt er aus den Radios der Cadillacs und den Soundsystems der Straße in immer neuen kubanischen Varianten und Abwandlungen. Mit Cubaton ist die sozialkritische Variante des Reggaeton allgegenwärtig und in der Sprache der Straße „afuego“.
Der dazugehörige Tanz Perreo gilt als „afuegito“ - aber fast ausschließlich innerhalb der jungen Generation. Manche alte Herrencombos, die mit ihren klassischen Instrumenten Son, Salsa und Cha Cha Cha spielen, schütteln den Kopf über den sinnlichen Tanz zur Reggaetonmusik. Beim Perreo wird Rivalität tänzerisch ausgefochten. Dass die Frau dabei wie in einem Sandwich zwischen zwei Männern tanzt, ist keine Seltenheit.
Genau hinhören, nachfragen oder am besten mittanzen ermöglicht einen Einblick in den Wertewandel - verkörpert in der und durch die Musik.
In den ersten Jahren nach den Triumph der Revolution wurde der Begriff „Salsa“ aus dem offiziellen Sprachgebrauch verbannt. Salsa galt als von Nicht- Kubanern gespielte kubanische Musik und deshalb als neokolonialistisches Werkzeug der USA. Die Musik aber blieb. Der Name „Salsa“ kehrte mit der Förderung des Tourismus zu Beginn der 90er Jahre offiziell in die Alltagssprache zurück.
In der ökonomischen Krise nach dem Zusammenbruch der Sowjetstaaten kam zusätzlich der Begriff Timba als Bezeichnung für einen eigenen Musikstil auf. Die halbkommerzielle Timba wurde von Künstlern wie David Calzado repräsentiert, der damals noch gemeinsam mit seiner Gruppe Charanga Habanera auftrat. Der sich selbst als „ciclón de la Habana“ bezeichnende Leadsänger wirbelt wahrhaftig wie ein Sturm über die Bühne. Wie bei den meisten Timba- Gruppen wird auch er dabei von Klavier bzw. Keyboard, Bass, Schlagzeug und den Percussioninstrumenten Timbales, Congas sowie einem Bläsersatz begleitet.
Die einst kahlrasierte Frontfrau der durch den Jazz geprägten Gruppe Bamboleo ist eine der wenigen weiblichen Vertreter dieser von der Salsa eigenständigen Musikrichtung.
Bei Timbakonzerten werden meist Anleitungen zur Salsaanimation, einer leicht nachzuahmenden Choreographie, gegeben. Diese soll das Publikum binden, ebenso wie die Ausrufe Ahí na´ma´ (nada más) und die Kritik am Rassismus und dem bestehenden System.
Bevor der Reggaeton Kuba erreichte, rappten bereits die Timba- Sänger und Sängerinnen. Im Gegensatz zu vielen heute populären Reggaetoninterpreten genossen sie jedoch die klassische kubanische Musikerausbildung an prestigeträchtigen Konservatorien. Deshalb sind auch deren Texte weniger sozialkritisch.



